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»Seltsame Vorlieben und die Art, in der der
Mensch von einem großen, scheinbar ganz geschlossenen
Gebiet nichts beachtet als einen bestimmten Teil,
sind sehr bezeichnend für das Wesen einer Persönlichkeit.
So sehe ich einen Sinn darin, daß ich mich während
meiner anatomischen Studien nie mit der Knochenlehre
befreunden konnte, daß ich mich für die Geologie nur
da erwärmte, wo sie mit der Paläontologie zusammenhing,
daß von allen belebten Schichten wiederum die
Juraformation für mich von je einen märchenhaften
Glanz besaß... und daß mir von allen tausend Ländern,
die die Welt trägt, gerade Zentralafrika das
verlockendste war und heute noch ist. Von all
diesem weiß ich, warum es so ist - wie aber ist die
Abneigung zu erklären, die ich vor den Pflanzen und
Tieren Australiens, ganz besonders vor den
Beuteltieren, empfinde oder, um noch Seltsameres zu
streifen, die Ahnung, daß Huysmans, von dem ich
jahrelang nur die Buchstaben des Namens kannte, für
mich von großer Bedeutung sein müsse, eine Ahnung,
die sich später als durchaus berechtigt erwies?
Durch solche Neigungen und Abneigungen spricht unser
Innerstes, das uns selbst ewig verborgen bleiben
wird, das sich auszudrücken sucht, indem es sich ins
Gleichnis setzt, und das mit nachtwandlerischer
Sicherheit den Grad der Verwandtschaft spürt, die
uns mit allen Dingen der Welt verbindet und unsere
Perspektive bestimmt.«
(Ernst Jünger, Das Abenteuerliche Herz, Erste Fassung)
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