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Der vorliegende Band bietet gewichtige neue Perspektiven zur Erhellung sokratischen Denkens, zu dessen Voraussetzung, Deutung und Auslegung. In diesen Blickwinkel werden bewußt Strömungen der Gegenwart einbezogen und in einen offenen, ›sokratischen‹ Fragehorizont gestellt: die Postmoderne wie instrumentalisierte Visionen in Wissenschaft und Lebenswelt. Ein solcher unbequemer philosophischer Fragehorizont schien je schon unnütz und störte den ›common sense‹ in seiner Betriebsamkeit. ›Bereits in der Antike wurde der offene Instrumentalismus und Skeptizismus der Sophisten als leichter handhabbar und weniger gefährlich aufgefaßt, als die bohrenden, verrückten und auf einen ›anderen‹ Anfang gerichteten Fragen des vom Eros der Vernunft ergriffenen Sokrates.‹ (Cathrin Nielsen) Diesen ›anderen‹ Anfang beharrlich zu verfolgen und einzubringen ist ein wesentliches Anliegen dieses Bandes, einen Bogen spannend von Heraklit und Pythagoras bis zur Postmoderne, ganz gleich, ob es sich in der einzelnen Arbeit thematisch um die Philosophie, die Medizin, die Kunst, die Musik, die Literatur oder um Probleme der Weltsicht und utopischer Entwürfe handelt. Darin geht die vorliegende Anthologie weit über bloß ›interessante‹ Einzelinformationen und spezifische Einzelerklärungen fachwissenschaftlicher Derivate hinaus.
Der ›Satz des Sokrates‹ (Franz Vonessen), aus welchem jene ›unerschütterliche Gewißheit, daß die Welt auf Ordnung und Gerechtigkeit ruht‹, entspringt, wird leitmotivisch für den vorliegenden Band, da er trägt, und wenn er durch Hybris, Fanatismus, Interessen und stets neue sophistische Eitelkeiten immer wieder als verstellt erscheint.
Franz Vonessen
Der Satz des Sokrates
Ivo De Gennaro
Heraklits Fluß-Fragmente
Alfried Lehner
Die Esoterik des Pythagoras
Bernhard Zimmermann
Sokrates oder der Intellektuelle als komisches Sujet
Harald Holz
Ironik angesichts des Todes von Don Quichote und Sokrates
Cathrin Nielsen
Sophistik und Postmoderne
Linus S. Geisler
Der Mensch der Zukunft – aus der Perspektive der Medizin
Harald Holz
Utopische Zukunftsentwürfe: Träume oder auch Alpträume!?
Matthias Thiemel
Sergiu Celibidache: der Ernst der Musik
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